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	<title>Allgemein Archive &#8211; Dana Engfer</title>
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	<description>Dana Engfer works as visual artist in Berlin</description>
	<lastBuildDate>Thu, 08 Jan 2026 12:13:28 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Exhibition &#8222;Hnattferðir&#8220; &#8211; Litla Gallerý Hafnarfjörður, Iceland, 2025</title>
		<link>https://www.danaengfer.de/exhibition-hnattferdir-litla-gallery-hafnarfjoerdur-iceland-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dana]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 12:07:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Exhibition text &#8222;Dana Engfer, Hnattferðir&#8220; by Katharina Kiening In an Icelandic antiquarian bookshop, Dana Engfer discovers a copy of Hnattferðir – a treatise on interplanetary space travel written by Ary Sternfeld in the late 1950s. By borrowing the title for her exhibition and at the same time enriching the book with her own analogue photographs&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.danaengfer.de/exhibition-hnattferdir-litla-gallery-hafnarfjoerdur-iceland-2025/">Exhibition &#8222;Hnattferðir&#8220; &#8211; Litla Gallerý Hafnarfjörður, Iceland, 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.danaengfer.de">Dana Engfer</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Exhibition text &#8222;Dana Engfer, Hnattferðir&#8220;<br />
by Katharina Kiening</p>
<p>In an Icelandic antiquarian bookshop, Dana Engfer discovers a copy of Hnattferðir – a<br />
treatise on interplanetary space travel written by Ary Sternfeld in the late 1950s. By<br />
borrowing the title for her exhibition and at the same time enriching the book with her own<br />
analogue photographs and Polaroids, the artist expands and overwrites the historical object with<br />
personal experiences, layering and interweaving dimensions of time and space.<br />
Engfer’s Hnattferðir is a careful uncovering of layers and an archiving of traces – a process of<br />
collecting that resists quick answers and opens up a space for reflection, for questions about<br />
what we see and how we see. It approaches historical materials and individual moments of<br />
memory in tentative movements, breaking them apart into fragments, reassembling them, and<br />
setting them in dialogue with one another.<br />
In doing so, Engfer creates a narrative that makes the subjectivity of documentation processes<br />
palpable. The result is a form in which past and present are poetically superimposed and coexist.<br />
This poetic quality and the careful interweaving of different realities are profoundly shaped<br />
by her connection to Iceland. The works on view reflect the artist’s explorations and<br />
research during her two-month stay at the SÍM Residency in Reykjavík in 2024. Among them are<br />
historical photographs taken by Icelandic photographers of the 19th and 20th centuries,<br />
discovered in the archive of the Reykjavik Museum of Photography.<br />
Onto these images, Engfer places abandoned snail shells, letting their growth layers become<br />
spirals of memory, allowing them to enter into relation with the captured subjects. This<br />
composition creates a different kind of testimony, a fabric that can no longer be reduced to its<br />
individual parts and yet, carried by the transience inherent to us all, appears questioning, fleeting<br />
and fragile.<br />
With this, and with the exhibition itself, Dana Engfer presents an iridescent archive in which past<br />
and present, documentation and memory permeate one another and shimmer in ever-changing facets.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Ausstellungstext &#8222;Dana Engfer, Hnattferðir&#8220;<br />
von Katharina Kiening</p>
<p>In einem isländischen Antiquariat entdeckt Dana Engfer ein Exemplar von Hnattferðir &#8211; einer in den späten 1950er-Jahren verfasste Abhandlung über interplanetare Raumfahrt von Ary Sternfeld. Indem die Künstlerin den Titel für ihre Ausstellung entlehnt und das Buch zugleich mit eigenen analogen Fotografien und Polaroids versieht, erweitert und überschreibt sie das historische Objekt mit persönlichen Erfahrungen, überlagert Zeit- und Raumebenen.</p>
<p>Engfers Hnattferðir ist ein behutsames Freilegen von Schichten und Archivieren von Spuren, ein Sammeln, das sich schnellen Antworten entzieht und einen Raum für Reflexionen eröffnet, für Fragen danach, was wir sehen und wie wir sehen. Es nähert sich historischen Materialien und individuellen Erinnerungsmomenten in tastenden Bewegungen, bricht sie auf in Fragmente, fügt sie neu zusammen und lässt sie miteinander in einen Dialog treten. So schafft Engfer ein Narrativ, das die Subjektivität von Dokumentationsprozessen spürbar macht. Dies mündet in einer Form, in der Vergangenheit und Gegenwart in poetischen Schichten übereinander gelagert sind und gleichzeitig existieren.</p>
<p>Diese Poetik und das sorgfältige Verweben verschiedener Wirklichkeiten sind in besonderem Maße vom Bezug zu Island geprägt. Die gezeigten Objekte spiegeln die Erkundungen und Nachforschungen der Künstlerin während zahlreicher Aufenthalte seit 2024. So auch die historischen Aufnahmen isländischer Fotograf:innen des 19. und 20. Jahrhunderts, entdeckt im Archiv des Reykjavík Museum of Photography. Engfer platziert hierauf verlassene Schneckenhäuser, lässt deren Wachstumsschichten zu Erinnerungsspiralen werden, lässt sie in Beziehung zu den festgehaltenen Subjekten treten. Diese Komposition kreiert eine andere Art von Zeitzeugnis, ein Geflecht, das sich nicht mehr in seine Einzelteile zerlegen lässt und dennoch, getragen von einer uns allen innewohnenden Vergänglichkeit, fragend, flüchtig und fragil erscheint. Dana Engfer zeigt damit, und mit der Ausstellung an sich, ein irisierendes Archiv, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart, Dokumentation und Erinnerung gegenseitig durchdringen und in ständig wechselnden Facetten aufscheinen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.danaengfer.de/exhibition-hnattferdir-litla-gallery-hafnarfjoerdur-iceland-2025/">Exhibition &#8222;Hnattferðir&#8220; &#8211; Litla Gallerý Hafnarfjörður, Iceland, 2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.danaengfer.de">Dana Engfer</a>.</p>
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		<title>&#8222;Schneckenhaus-Sammlung&#8220; mosaik Zeitschrift für Literatur und Kultur, 2024</title>
		<link>https://www.danaengfer.de/schneckenhaus-sammlung-im-mosaik-zeitschrift-fuer-literatur-und-kultur-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2025 18:11:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dana Engfer arbeitet installativ mit einer Vielfalt an Medien wie Zeichnung, Fotografie, Video, Sound und Buchobjekte. Die in Berlin lebenden Künstlerin sammelt und archiviert Erinnerungsfragmente in multimedialer Form und entwickelt eine visuelle Sprache für Zwischenzustände. Für mein fortlaufendes Projekt sammle ich Schneckenhäuser aus der ganzen Welt, die mir postalisch zugesendet werden. Mit der Schneckenhaus-Sammlung habe&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.danaengfer.de/schneckenhaus-sammlung-im-mosaik-zeitschrift-fuer-literatur-und-kultur-2024/">&#8222;Schneckenhaus-Sammlung&#8220; mosaik Zeitschrift für Literatur und Kultur, 2024</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.danaengfer.de">Dana Engfer</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dana Engfer arbeitet installativ mit einer Vielfalt an Medien wie Zeichnung, Fotografie, Video, Sound und Buchobjekte. Die in Berlin lebenden Künstlerin sammelt und archiviert Erinnerungsfragmente in multimedialer Form und entwickelt eine visuelle Sprache für Zwischenzustände.</p>
<p>Für mein fortlaufendes Projekt sammle ich Schneckenhäuser aus der ganzen Welt, die mir postalisch zugesendet werden. Mit der Schneckenhaus-Sammlung habe ich im Jahre 2021 während des Corona-Lockdowns begonnen. Bezugnehmend auf die plötzliche Unmöglichkeit des Reisens kamen durch die Schneckenhäuser im übertragenen Sinne<br />
andere ‚Orte‘ zu mir. Je nach Herkunftsort und dessen geographischer Beschaffenheit variieren Farbigkeit, Festigkeit und Form der Schneckenhäuser. Jedes Schneckenhaus trägt eine Geschichte und Zeitspanne in sich und erzählt von dem jeweiligen Herkunftsort. Mittlerweile habe ich Schneckenhäuser aus verschiedenen Regionen in Peru, Irland, Polen, Island, Tunesien,Italien, England, Frankreich, Portugal und Deutschland in der Sammlung. </p>
<p>Die Schneckenhäuser dokumentiere ich im Format der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie. Durch die analoge Technik verlangsamt und intensiviert sich die Dokumentation der Objekte. Zudem lasse ich Röntgenaufnahmen von ihnen machen. Im Anschluss werden die Schneckenhäuser zu feinem Sand gemörsert. Dieser fast schon brutale Akt des Zermörserns der architektonisch perfekten Gebilde steht im Spannungsfeld zu deren feiner Beschaffenheit. Durch das Mörsern werden die Schneckenhäuser in ihre kleinst mögliche  Einheit zerlegt, die kurz vor dem Verschwinden liegt. In Reagenzgläser umgefüllt, mit Datum und Herkunftsort versehen, werden sie archiviert. In Ausstellungsräumen präsentiere ich die gemörserten Schneckenhäuser als temporäre Spuren.</p>
<p>Die Spuren werden zumeist auf einer Glasplatte in einer Vitrine gezeigt und unterstreichen dadurch den archivarischen und fragilen Charakter der Sammlung. Durch das langsame ‚Auftragen‘ der gemörserten Schneckenhäuser wird ein weiterer zeitlicher Aspekt aufgezeigt. Nach einer Ausstellung fülle ich dieSpuren vorsichtig in die Reagenzgläser zurück. Dabei ist es unmöglich, das komplette ‚Schneckenhaus-Pulver‘ einzusammeln und ein kleiner Teil davon bleibt, kaum sichtbar, im Ausstellungsraum.</p>
<p>Die analogen Schwarz-Weiß-Fotografien der Schneckenhäuser werden entweder auf dem Boden oder an der Wand gezeigt. Bei der Installation auf dem Boden werden sie durch Glasscheiben geschützt und rufen Assoziationen zu Friedhöfen hervor. Ein zeitlicher Aspekt der Endlichkeit wird assoziiert.</p>
<p>Die Schneckenhaus-Sammlung kreist um die Fragestellung: Was bleibt? Spuren der Schneckenhäuser treffen auf Spuren der jeweiligen Ausstellungsräume. An dieser Stelle möchte ich die Künstlerin Reinhild Patzelt zitieren, die einen Ausstellungstext über die Sammlung für meine Ausstellung Schneckenhaus-Sammlung und Wale in der Alten Lederfabrik Halle im Jahr 2023 geschrieben hat und gerade eben die mir wichtige Fragestellung nach dem, was bleibt, hervorhebt.</p>
<p>Prägnant fasst sie das Konzept der Ausstellung und ihre Erfahrung als Rezipientin in Worte: „Das Schneckenhaus als unbewohntes ist eine Spur, die auf vorangegangenes Leben – das der Schnecke – verweist. Von dieser Spur selbst finden wir in der Ausstellung nur noch eine, nein: zwei Spuren: die Fotografien als Abbildungen der Schneckenhäuser, und die zu Kalkstaub zerkleinerten Schneckenhäu-ser – die einen als Bodeninstallation angeordnet, die anderen, in kleinen Reagenzgläschen aufbewahrt, in einer Vitrine präsentiert. Wir sind eingeladen, die Zeichen zu deuten, zurückzudenken an eine Zeit vor dem jetzt noch sichtbar Hinterlassenen – also überhaupt in Zeiträumen zu denken.“ </p>
<p>Dieses von Patzelt formulierte Denken in Zeiträumen ist ein Aspekt, der sich auch auf ein<br />
Fotoprojekt anwenden lässt, dass die bisher beschriebene Schneckenhaus-Sammlung ergänzt: Schneckenhäuser der Sammlung werden auf verschiedenen, in einem alten Familienalbum gefundenen Schwarz-Weiß-Fotografien gelegt, genauer gesagt auf die Köpfe der dort abgebildeten Menschen. Durch erneutes Abfotografieren entsteht die Zusammenführung der Objekte mit der Fotografie, die Schneckenhäuser werden als Köpfe<br />
getragen. Verschiedene Zeit- und Erinnerungsfragmente lassen Freiraum für eigene Assoziationen.</p>
<p>Das ‚Schnecken-Dasein‘ wächst beständig um weitere Dimensionen. Ein Charakteristikum meiner Arbeit ist, dass ich mich mit einer Vielfalt an Medien aus einandersetze und mich so<br />
einem Thema auf unterschiedliche Weise immer wieder aufs Neue nähere. Es entstehen komplexe, stetig wachsenden Welten, die sich im Gesamtkontext nichtsdestoweniger durch eine innere Stimmigkeit auszeichnen. Beispiel dafür ist etwa das Video Wolkensonate mit<br />
Schnecke: Aus einem Zugfenster heraus gefilmte Oberstromleitungen bewegen sich rhythmisch und fragmentarisch zu einer Klangcollage, basierend auf einem gesampelten ASMR-Sound von Schnecken, die Gurke, Kopfsalat und grüne Wassermelone essen. Durch die nicht greifbaren, teilweise verstörenden, aber teilweise ein wohliges Gefühl hervorrufenden Klänge, wird eine weitere Dimension des ‚Schnecken-Daseins‘ eröffnet.</p>
<p>Die grundsätzliche Faszination, die für mich von Schneckenhäusern und Schnecken ausgeht, übersetzt sich also in vielschichtige, miteinander korrelierende Projekte. Dazu zählt auch, dass Schnecken zur Inspirationsquelle für die Gründung eines kleinen Verlags wurden: Mit meinem Partner Moritz Otto betreibe ich Schnecken Publishing, 2021 erschien mit Heftschnecke die erste Publikation. Seitdem veröffentlichen wir in langsamen Abständen Kunst -und Kinderbücher unterschiedlichen Genres.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.danaengfer.de/schneckenhaus-sammlung-im-mosaik-zeitschrift-fuer-literatur-und-kultur-2024/">&#8222;Schneckenhaus-Sammlung&#8220; mosaik Zeitschrift für Literatur und Kultur, 2024</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.danaengfer.de">Dana Engfer</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ausstellung &#8222;Schneckenhaus-Sammlung und Wale&#8220; &#8211; Städtische Galerie „Alte Lederfabrik“, Halle/W., 2023</title>
		<link>https://www.danaengfer.de/einfuehrung-schneckenhaussammlung-und-wale-staedtische-galerie-alte-lederfabrik-halle-w-07-05-2023/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2025 17:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Einführung Dana Engfer – Schneckenhaus-Sammlung und Wale Städtische Galerie „Alte Lederfabrik“, Halle/W., 07.05.2023 Von Reinhild Patzelt Dana Engfer lädt uns ein, ihre Arbeiten zu betrachten, die sie uns in dieser Ausstellung mit dem Titel „Schneckenhaus-Sammlung und Wale“ zeigt. Schneckenhaus-Sammlung und Wale – eine naturkundliche Zurschaustellung von Extremen, von Exemplaren einer unscheinbar kleinen sowie der größten&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.danaengfer.de/einfuehrung-schneckenhaussammlung-und-wale-staedtische-galerie-alte-lederfabrik-halle-w-07-05-2023/">Ausstellung &#8222;Schneckenhaus-Sammlung und Wale&#8220; &#8211; Städtische Galerie „Alte Lederfabrik“, Halle/W., 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.danaengfer.de">Dana Engfer</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Einführung Dana Engfer – Schneckenhaus-Sammlung und Wale<br />
Städtische Galerie „Alte Lederfabrik“, Halle/W., 07.05.2023</p>
<p>Von Reinhild Patzelt</p>
<p>Dana Engfer lädt uns ein, ihre Arbeiten zu betrachten, die sie uns in dieser Ausstellung mit dem Titel „Schneckenhaus-Sammlung und Wale“ zeigt.<br />
Schneckenhaus-Sammlung und Wale – eine naturkundliche Zurschaustellung von Extremen, von Exemplaren einer unscheinbar kleinen sowie der größten uns bekannten Tierart ?<br />
Keineswegs.<br />
Schauen wir uns um, entdecken wir sehr rasch, dass wir es hier nicht mit einer auf schnellen, sensationsheischenden Effekt bedachten Show zu tun haben.<br />
Dana Engfers künstlerischer Umgang mit Schneckenhäusern und Walen weist über die nüchterne, fast strenge Form der Präsentation hinaus auf eine Arbeitsweise, die mit Begriffen wie Beharrlichkeit und Ausdauer, suchen und dokumentieren, aufspüren und spüren lassen, sichtbar machen und verhüllen nur andeutungsweise beschrieben werden kann.<br />
Dass das Wesentliche im unspektakulären Bereich zu finden sei, wurde und wird gerne an solchen Textstellen angeführt – ist aber ungeachtet seiner zunehmenden Verwendung keineswegs weniger wahr – und sei deshalb auch jetzt gerne wieder erwähnt.<br />
Stellt sich die Frage, was das nun sei, das „Wesentliche“.<br />
Es scheint geraten, sich mit der Beantwortung dieser Frage etwas Zeit zu lassen – sie fordert vermutlich mehr Zeit, als für den Ausstellungsbesuch vorgesehen war.</p>
<p>Zum Thema „Schneckenhaus-Sammlung“ gibt es schnellere Auskünfte. Lassen wir hier Dana Engfer selber zu Wort kommen:<br />
„Seit zwei Jahren sammle ich Schneckenhäuser aus der ganzen Welt, die mir postalisch zugeschickt werden. Ich dokumentiere die Schneckenhäuser mit analoger schwarz-weiß Fotografie und lasse Röntgenaufnahmen von ihnen machen.<br />
Anschließend werden sie zu feinem Sand gemörsert. In Reagenzgläser umgefüllt, mit Datum und Herkunftsort versehen, werden sie archiviert und als temporäre Spuren präsentiert. Mittlerweile sind in meiner Sammlung 25 Schneckenhäuser. Je nach Herkunftsort und dessen geographischer Beschaffenheit variieren Farbigkeit und Festigkeit der Schneckenhäuser. Mittlerweile habe ich Schneckenhäuser aus Peru, Irland, Polen, Island, Frankreich, Tunesien, England, Portugal, Deutschland und von der Nordsee. Jedes Schneckenhaus trägt eine Geschichte in sich und erzählt durch die Beschaffenheit des Hauses von dem jeweiligen Herkunftsort.</p>
<p>Die Schneckenhaus-Sammlung kreist um die Fragestellung was bleibt. Spuren der Schneckenhäuser treffen auf Spuren der Geschichte der Alten Lederfabrik.</p>
<p>Spuren also – sichtbare Zeichen, Hinterlassenschaften von Bewegungen, die in Raum und/oder Zeit stattgefunden haben.</p>
<p>Die Frage, was bleibt, hat banal-lebenspraktische wie auch existentielle Aspekte:</p>
<p>Was bleibt an täglicher Lebenszeit, wenn ich acht oder zehn Stunden arbeite, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen?<br />
Was bleibt von meinem Gelderwerb am Monatsende übrig – kann ich auf etwas sparen oder lebe ich „von der Hand in den Mund“?<br />
Was bleibt an Erinnerung an einen intensiv erlebten Urlaub/Tag/Moment?<br />
Was bleibt von der Liebe nach langen Jahren des Zusammenlebens?<br />
Was bleibt von meinem Leben/von mir, wenn ich nicht mehr bin?</p>
<p>Zurück zur Schneckenhaus-Sammlung:<br />
Das Schneckenhaus als unbewohntes ist eine Spur, die auf vorangegangenes Leben – das der Schnecke – verweist. Von dieser Spur selbst finden wir in der Ausstellung nur noch eine, nein, zwei Spuren: die Fotografien als Abbildungen der Schneckenhäuser, und die zu Kalkstaub zerkleinerten Schneckenhäuser – die einen als Bodeninstallation angeordnet, die anderen, in kleinen Reagenzgläschen aufbewahrt, in einer Vitrine präsentiert.<br />
Wir sind eingeladen, die Zeichen zu deuten, zurückzudenken an eine Zeit vor dem jetzt noch sichtbar Hinterlassenen – also überhaupt in Zeiträumen zu denken.</p>
<p>Zur Form der Schneckenhäuser:<br />
Die gewundene Spiralform hat Menschen offenbar schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit fasziniert und zur Anfertigung von Ornamenten und Objekten mit möglicherweise symbolischer und/oder ritueller Bedeutung bewegt. Auch in zahlreichen Kulturen und Mythologien taucht das Schneckenhaus (das der Meeresschnecken, in seiner deutlich größeren Ausbildung) als Schneckenhorn auf:</p>
<p>„Der griechische Meeresgott Triton wird als Schneckenhornbläser dargestellt. Das bei religiösen Ritualen in Indien verwendete und als heilig angesehene shankh ist das Attribut Vishnus. Es gelangte mit dem indischen Kulturexport im 1. Jahrtausend nach Tibet (dung kar), nach Ostasien (horagai in Japan) und Südostasien (sang in Thailand). In den präkolumbischen Kulturen Mesoamerikas war die Schneckentrompete ein wesentliches Ritualinstrument der Priester. Die Priester der peruanischen Chavín-Kultur im 1. Jahrtausend v. Chr. erlangten mit dem heiligen Blasinstrument (Quechua pututu) Macht über das Wasser. … in der griechischen Mythologie und nachfolgend bei den Römern galt der Klang des Schneckenhorns als machtvolles Zeichen. Triton, nach dem Dichter Hesiod (um 700 v. Chr.) ein Gott am Meeresgrund, der im goldenen Palast seiner schönen Mutter Amphitrite und seines Vaters Poseidon wohnt, wird als schreckenerregend und mit seinem Schneckenhorn als Frauenverführer beschrieben.“</p>
<p>Eine Zeichnung von D.E., Porträt des Schneckenhorn-blasenden Jazzmusikers Steve Turre, greift diesen Aspekt des Schneckenhorns als Klangerzeuger auf.</p>
<p>Die Videoarbeit „Wolkensonate mit Schnecke“ wiederum verbindet visuelles Zufallsmaterial – aus dem Zugfenster gefilmte Oberstromleitungen – mit einer Klangcollage, bei der Geräusche von Schnecken, die Gurken, Salat und Wassermelone fressen, zu hören sind.</p>
<p>Im Raum oben zieht eine großformatige Arbeit den Blick auf sich: auf einem halbtransparenten Fahnenstoff ist die Fotografie einer in ländlicher Umgebung zu Pferd sitzenden Frauengestalt zu erkennen, deren Kopf von einem Schneckenhaus überdeckt ist. Die Fotomontage lässt eine eigentümlich vieldeutige zugleich rätselhafte Atmosphäre entstehen.<br />
Haben wir es mit einem Fabelwesen zu tun, halb Mensch, halb Einhorn, Symbol für das Gute, für Unschuld (das Pferd ist weiß)? Oder geht es vielmehr in feministischer Absicht &#8211; um die Darstellung der Frau als Erhabene, hoch zu Pferd, als Herrscherin? Eine „coole“ Jeanne D’Arc – jenseits des Schlachtengetümmels und der Kämpferinnenpose, entrückt in ein ländlich-romantisches Setting?<br />
 Auf einem Gemälde des französischen Malers Jean-Jaques Scherrer ist Jeanne D’Arc auf einem Pferd sitzend, mit einer Kopfbedeckung zu sehen, deren Form große Ähnlichkeit mit der eines Schneckenhauses aufweist. Von einer vor ihr stehenden Gestalt in Ritterrüstung wird ihr ein Schwert, Symbol der Macht, gereicht – der Blick der Reiterin aber ist in die Ferne gerichtet, wie entrückt, sie weiß um ihr künftiges Schicksal.<br />
In Dana Engfers Fotomontage wird uns der Blick und Ausdruck der Frau allerdings verwehrt. Uns bleibt ihre Haltung zu Pferd. Das Rätsel des Schneckengehäuses auf dem Kopf bleibt ungelöst.<br />
Der Fahnenstoff als Träger des Fotodruckes ist fast transparent und so vor die Fensterfront gehängt, dass der Betrachter durch das Bild der Reiterin und die Fenster hindurch den Hintergrund des gegenüberliegenden Gebäudeteils der ehemaligen Lederfabrik wahrnimmt. Die Fahne ist an einem Ledergurt aufgehängt – Leder und Architektur: ein zweifacher Bezug auf die Geschichte des heutigen Ausstellungsortes. Hier wurde unter anderem auch das Zaumzeug für Pferde hergestellt. </p>
<p>Auf dem Fensterglas hat Dana Engfer zudem eine Reihe von Röntgenaufnahmen von Schneckenhäusern angebracht und zeigt uns damit die der normalen Betrachtung verborgene Schönheit der Struktur eines solchen Naturgebildes, den inneren Kern, sozusagen als abstrakte Skizze.</p>
<p>2 Räume, 2 Themenschwerpunkte: Schneckenhäuser und Wale.</p>
<p>Zu ihren Arbeiten, die das Thema Wale umkreisen, schreibt Dana:<br />
„Mein Projekt ‘Listening to the Sea‘ basiert auf einer Reise in die Westfjorde Islands. Dort habe ich Judith Scott, eine Wal-Fotografin und Whale Watching Guide kennengelernt. Nach ihrem ‘Wale Identification Catalogue‘ mit 180 Walflossen [Englisch: Flukes] aus dem arktischen Meer habe ich diese 180 Flukes aquarelliert und im Anschluss als Fotokopien zu einem ‘Walblock‘ gebunden. Ein weiterer Teil des Projekts sind verschiedene analoge Fotografien und eine Videoarbeit, die auf meinen Recherchen in den Westfjorden Islands basieren. Darunter auch die Arbeit ‘Walkreis‘. Ich habe die Meeresoberfläche fotografiert, auf der sich nach dem Abtauchen eines Wals nur noch für kurze Zeit eine Art Wasserkreis bildet, die letzte Spur eines bereits vergangenen Ereignisses.“</p>
<p>Die umfangreiche wandfüllende Arbeit der 176 hier gezeigten Walflossen bietet dem Betrachtenden einen ebenso katalogartig-dokumentarischen wie zeichnerisch poetischen Anblick von „Walgesichtern“, den Walflossen als Träger der individuellen Merkmale dieser Tiere. Ihre Vielfalt und Schönheit sind eindrucksvoll wiedergegeben.</p>
<p>Das bei der Walbeobachtungstour entstandene Foto und die Videoarbeit verweisen auf den besonderen Blick der Künstlerin. Gezeigt wird nicht das erwartete spektakuläre Ereignis aus dem Meer auftauchender Wale. Die Bilder vermitteln vielmehr eine Atmosphäre gespannten Erwartens, wir werden zu Beobachtern der Beobachtenden, die wir nur aus der Rückenansicht als kapuzenverhüllte Gestalten zu sehen bekommen.<br />
Das Auf und Ab der Schiffs- und Wellenbewegungen und der Kapuzengestalten erzeugt eine gleichsam meditative Grundstimmung. Die dazu zu Gehör gebrachten Walstimmen – sog. Klickgeräusche – erzeugen ein eigentümliches Spannungsverhältnis zwischen dem Sicht- und dem Hörbaren. Vielleicht ein Hinweis auf die Faszination, die diese großen Säugetiere mit ihrer eigenen Kommunikationsfähigkeit und Lebensweise auf uns kleinere Säugetiere ausüben.</p>
<p>Faszination – das Sich-beim-Beobachten-von-Dingen-und-Vorgängen-in-einen-Bann-ziehen-lassen – scheint mir ein wesentliches Moment der künstlerischen Arbeit von Dana Engfer zu sein. Dabei geht sie äußerst behutsam, fast zart und immer einfühlsam vor bei ihrem Bemühen, den beobachteten und erlebten Momenten die ihnen innewohnende Magie im künstlerischen Ausdruck wiederzugeben.<br />
Die Qualität und Vielfalt der uns hier gezeigten Arbeiten bietet einen eindrucksvollen Beleg dafür, dass ihr das hervorragend gelungen ist.</p>
<p>Zum Schluss soll die Künstlerin noch einmal zu Wort kommen:</p>
<p>„Die Sichtbarmachung von Abwesendem und die Erforschung mir unbekannter Orte sind zentrale Themen meiner künstlerischen Arbeit. Ein intuitiver Annäherungsprozess führt mich zu Spuren der Vergangenheit, persönlichen Geschichten und Zwischenzuständen. Ich sammle und archiviere Erinnerungsfragmente aus meiner unmittelbaren Umgebung in multimedialer Form.“</p>
<p>Mir selbst bleibt nun nur noch zu sagen:</p>
<p>Ich wünsche euch und Ihnen in dieser Ausstellung viele genuss- und anregungsreiche Entdeckungen!<br />
Eröffnen Sie sich diese Ausstellung!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.danaengfer.de/einfuehrung-schneckenhaussammlung-und-wale-staedtische-galerie-alte-lederfabrik-halle-w-07-05-2023/">Ausstellung &#8222;Schneckenhaus-Sammlung und Wale&#8220; &#8211; Städtische Galerie „Alte Lederfabrik“, Halle/W., 2023</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.danaengfer.de">Dana Engfer</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Laudatio zum IBB-Preis für Photographie, 2012</title>
		<link>https://www.danaengfer.de/laudatio-zum-ibb-preis-fuer-photographie-2012/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jul 2025 14:43:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.danaengfer.de/?p=1939</guid>

					<description><![CDATA[<p>Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Jurymitglieder, sehr geehrte Vertreter des Freundeskreises der Universität der Künste- Karl Hofer Gesellschaft, liebe Preisträgerinnen, es ist mir eine große Ehre und Freude, heute hier vor Ihnen die Laudatio auf die Künstlerin Dana Engfer zu halten, die mit dem diesjährigen IBB-Preis für Photographie 2012 ausgezeichnet wird &#8211; als&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.danaengfer.de/laudatio-zum-ibb-preis-fuer-photographie-2012/">Laudatio zum IBB-Preis für Photographie, 2012</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.danaengfer.de">Dana Engfer</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
sehr geehrte Jurymitglieder,<br />
sehr geehrte Vertreter des Freundeskreises der Universität der Künste- Karl Hofer<br />
Gesellschaft, </p>
<p>liebe Preisträgerinnen,</p>
<p>es ist mir eine große Ehre und Freude, heute hier vor Ihnen die Laudatio auf die Künstlerin Dana Engfer zu halten, die mit dem diesjährigen IBB-Preis für Photographie 2012 ausgezeichnet wird &#8211; als besondere Anerkennung Ihrer künstlerischen Vielfalt.</p>
<p>Bereits bei der ersten Begegnung mit Dana Engfer war ich berührt von der Tiefe und dem Witz ihres künstlerischen Schaffens und davon möchte ich Ihnen nun in den folgenden Minuten erzählen.</p>
<p>Wie ich selbst ist Dana Engfer in Stuttgart geboren, sie kam 1981 auf die Welt. Darüber hinaus verbindet uns nicht nur der jetzige Wohn- und Lebensort Berlin, sondern auch unser Interesse für die Fotografie. Bei meinem Besuch in ihrem Atelier war ich beeindruckt, wie reflektiert sie über ihr Leben nachdenkt und dafür die passenden künstlerischen Ausdrucksformen findet.</p>
<p>Dana Engfer fasziniert durch ihre künstlerische Vielfalt. Herkommend von der Malerei und Zeichnung, hat Dana Engfer auch das Medium der Fotografie für sich entdeckt. Videos, künstlerische Buchobjekte, Fundstücke, Sammlungen und Archivieren von Objekten, Gedichte und kurze Texte unterstützen die Aussagen ihrer immer auch humorvollen Arbeiten.</p>
<p>Die Jury fühlte sich angezogen , von ihrer oft kreativen Unbefangenheit, durch ihr einfallsreiches Spiel mit Sinn und Hintersinn, von ihren phantasievollen teils sehr persönlichen Arbeiten.</p>
<p>Für die Künstlerin ist Fotografie ein Medium gegen das Vergessen und Verschwinden. Erinnerungen werden visuell sichtbar. Und damit sind zentrale Themen Dana Engfers verbunden, nämlich (ich zitiere): „Spurensicherung und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit, die ich in unterschiedlichen Medien (…) aufgreife. Dabei verbinden sich Erinnerung und Fiktion mit Dokumentarischem und lassen neue rätselhafte Bildwelten<br />
entstehen, die nur fragmentiert vermittelbar sind.“</p>
<p>Ihre erste fotografische Arbeit entsteht 2005/2006 während ihres Studienaufenthaltes in Paris.“Paris Benutzerausweis“ ist der Titel.<br />
Die Arbeit besteht aus 12 S/W Fotografien, aufgenommen an verschiedenen, zum Teil inszenierten Orten von Paris. Schrift und Format der Fotografien, auch format cinema genannt, stammen aus Paris. Die grafische Darstellung ist sehr bewusst von ihr gewählt.</p>
<p>Das Ganze ist eine Entdeckungsreise incognito. Sie schlüpft in unterschiedliche Rollen, getarnt als verwegener, nicht zu übersehender und doch ganz unscheinbarer roter Punkt. Sie ist der Wassertropfen am Ende eines Wasserstrahls, das Auge einer Wildkatze, der Wurm im Schnabel eines Vogels, oder die Milbe im zerwühlten Bett. Diese Arbeit zeugt von einer Originalität und Experimentierfreudigkeit wie man sie von Sophie Calle kennt.</p>
<p>Bei der Entstehung dieser Arbeit wurde sie von dem Künstler und Professor Christian Boltanski begleitet, den wir beide sehr schätzen.</p>
<p>Besonders für seine Beschäftigung und künstlerische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von individueller Vergangenheit und sozialem Gedächtnis.</p>
<p>Dana Engfer hat sich ihre Lehrmeister und Lehr Meisterinnen ausgesucht und gefunden, die ihre Stärken verstanden haben und sie hat dabei ihren ganz eigenen Weg entwickelt.</p>
<p>Von Anfang ihres Studiums an der Universität der Künste 2001 bis zu ihrem Abschluss als Meisterschülerin 2007 war ihr Lehrmeister Prof. Henning Kürschner. Ihm verdankt sie viel, wie sie sagt. Die große französische Künstlerin Annette Messager und ihr Ehemann und Künstler Christian Boltanski gehören sicher ebenfalls zu den wichtigen Inspiratoren auf ihrem Weg als Künstlerin.</p>
<p>Von 2005 bis 2006 studierte sie an der Ecole des Beaux-Arts in Paris bei Boltanski. Davor (2003) war die Malerin, Zeichnerin und Fotografin als Gaststudentin an der Iceland Academy of the Arts Reykjavik.</p>
<p>Zahlreiche Stipendien ermöglichten ihr zusätzliche Auslandsaufenthalte, so ein European Art Project in Amsterdam (2009) und eine Förderung 2011 als artist in residence in Montevettolini, Italien, vergeben von der Marti-Clerici–Stiftung.</p>
<p>Australien und Wien kommen hinzu und zeigen, dass Dana Engfer an vielen Orten gelebt und gearbeitet hat. Und Berlin: 2010 erhielt sie das zweijährige Atelierstipendium des UdK-Freundeskreises und der Karl Hofer Gesellschaft.</p>
<p>Karl Hofer, die prägende Persönlichkeit und Gründungsrektor der Hochschule für Bildende Künste, Vorgängerinstitution der UdK und Namensgeber der Karl Hofer Gesellschaft, wurde 1878, also 103 Jahre vor Dana Engfer geboren. Mit 31 Jahren, dem jetzigen Alter von Dana hatte er bereits 3x Paris, Rom, Wien und Neapel bereist, im Jahre 1910 fuhr er nach Indien. Viele Reisen folgten und jedes Mal lernte er wichtige Künstler kennen, die sein Schaffen<br />
beeinflussten. Wenn man so will, sind alle Arbeiten Dana Engfers Entdeckungsreisen, z.B. in die Vergangenheit, die eigene Herkunft und die von Anverwandten, in unbekannte Länder, Reisen auf Schildkrötenrücken, oder auf der menschlichen Haut sowie als roter Punkt durch Paris.</p>
<p>Die Preisträgerin ist eine Entdeckungsreisende, die das Unsichere in der Welt spürt und diese Herausforderung künstlerisch umsetzt.</p>
<p>Für Inspirationen sucht sie immer wieder neue Orte auf. Ein Beispiel hierfür ist die hinreißende Arbeit „Wanted Dana Muckova“. Auch hier fällt eine Geistesverwandtschaft mit Sophie Calle auf , an ihre erste Kunstaktion von 1979, für die sie fremden Menschen folgte.</p>
<p>Bei Dana Engfer ist der Fall natürlich etwas anders gelagert. Ein wieder entdeckter Liebesbrief ist Auslöser für diese Reise nach Bratislava, Slovakei. Und ihr Name: Es ist die Jugendliebe ihres Vaters, deren Namen sie trägt: Dana Engfer – Dana Muckova. Das Suchen und Finden, die Erfahrungen in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht spricht, führt sie zu vielfältigen Materialien, die es ihr ermöglichen, unterschiedliche Ebenen<br />
der Geschichte aufzuzeigen. Ohne Worte, mit einer Flöte, entdeckt sie den Weg zu dieser Frau, wie einst ihr Vater als Mitglied der Trossinger Bläserbuben nach Bratislava kam. Die Fahrt in ein unbekanntes Land und das Herantasten an eine bisher unbekannte Person sind auf sehr beeindruckende Weise in einem Video festgehalten. In dieser Arbeit (Wanted) verschränkt Dana Engfer biografische und fiktionale Begebenheiten. Sie verwischt die Grenzen zwischen Kunst und Leben, Fiktion und Realität, zwischen privat und öffentlich. „Wanted Dana Muckova“ umfasst neben der Videoarbeit auch Fotografien, die persönliche und gefundene Objekte abbilden, sie dienen nicht als interpretationsbedürftige Quellen, sondern sind images stimuli, deren Inszenierung mögliche Assoziationen beim Betrachter provoziert.</p>
<p>Die Vielfalt des Schaffens wird auch in der Arbeit „Dor“ sichtbar, zugehörig zu dem Projekt Wiese und Zelt. „Die Haut als Leinwand“ : Dana Engfer zeigt ein Objekt ihrer Körperzeichnungen im Großformat. Sie gehört mit ihren Zeichnungen, gestochen von dem Tätowierer Lionel Fahy, zu einer neuen Generation, mit einerseits grafischen Darstellungen aber auch anarchischen Experimenten wie wilde Schraffuren und Verletzungen. Ich verstehe bei dieser Arbeit den Körper als Metapher existentieller Brüche und Unsicherheiten, die zugleich beide Seiten meinen: das Verletzen und Verletzt-Sein sowie<br />
auch die Sicherheit des Nicht Verschwindens der Verlässlichkeit. Um noch einen Aspekt der künstlerischen Vielfalt Dana Engfers aufzugreifen, möchte ich auf die Bücher hinweisen, die in den letzten Jahren entstanden sind. 5 ihrer humorvollen und persönlichen Buchprojekte sind hier zu sehen. Die in Antiquariaten gekauften, von ihr als „Reisetagebücher“ verstandenen Bücher versah sie mit Referenzen zu den Aufenthaltsorten ihrer Fahrten.</p>
<p>Mit dem Themenstrang des Reisens schließt sich in gewissem Sinne der Kreis meiner Betrachtungen über die junge Künstlerin. Es scheint der Satz für Dana Engfer zuzutreffen: Kunst erweitert den Horizont. Die Jury befand Dana Engfer auch in diesem Sinne als eine besonders würdige Preisträgerin.</p>
<p>Liebe Dana Engfer, Sie vermitteln uns, dass es sich bei zeitgenössischer Kunst um einen Erfahrungsraum handelt und ich möchte Ihnen im Namen der Jury meinen Glückwunsch aussprechen. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass dieser Preis und Ihr künstlerisches Können es Ihnen ermöglichen, von Ihrem Talent Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten – und damit noch viele weitere inspirierende Kunstwerke für uns zu erschaffen.</p>
<p>So viel kann ich verraten: es gibt bereits ein neues Projekt : auf den Spuren ihres Großvaters will sie mit der Transsibirischen Eisenbahn bis nach Novosibirsk , dem Ort, wo er nach dem 2. Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft war.</p>
<p>Wir dürfen gespannt sein, wie sie diese Reise künstlerisch umsetzt.<br />
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.</p>
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		<title>Chelsea Galerie / H95 Basel european art project, 2008</title>
		<link>https://www.danaengfer.de/h95-basel-european-art-project/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2025 14:16:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dana Engfer, Fabian Patzak Chelsea Galerie / H95 Basel european art project, 2008 Spurensicherung und die Auseinandersetzung mit der eigenen jungen Vergangenheit sind bei Dana Engfer zentrale Themen. Die Künstlerin reiste im November 2007 für einen Monat nach Australien. Dieser Aufenthalt in und um Perth, der abgelegensten Grossstadt der Welt, wurde zur Inspirationsquelle für ihre&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Dana Engfer, Fabian Patzak<br />
Chelsea Galerie / H95 Basel<br />
european art project, 2008</p>
<p>Spurensicherung und die Auseinandersetzung mit der eigenen jungen Vergangenheit sind bei Dana Engfer zentrale Themen.<br />
Die Künstlerin reiste im November 2007 für einen Monat nach Australien. Dieser Aufenthalt in und um Perth, der abgelegensten Grossstadt der Welt, wurde zur Inspirationsquelle für ihre aktuellen Arbeiten, die hier ausgestellt sind.</p>
<p>Zeichnungen, Malerei, Fotografien und Collagen. In den Collagen, die in winzigen bis wandfüllenden Formaten die Wände dominieren, arbeitet Dana Engfer am liebsten mit allen Medien gleichzeitig. Die Collagen sind erst nach ihrem Australienaufenthalt in Berlin entstanden. In ihnen wird das auf der Reise gesammelte Bildmaterial zusammen mit den Eindrücken, Erinnerungen und Assoziationen noch einmal neu aufgemischt und zu sehr persönlichen Bildern collagiert, gezeichnet, gemalt. Erinnerung und Fiktion verbinden sich mit Dokumentarischem und lassen neue rätselhafte Bildwelten entstehen, die nur fragmentarisch entzifferbar sind.</p>
<p>Es sind Montagen der Erinnerung, in denen heterogene Realitätsfragmente neu verbunden werden. Bei den gerahmten, kleinen S/W Fotografien mit dem Titel «Western Australia» arbeitet Dana Engfer mit (vom Aussterben bedrohter) analoger Technik. Das Schwarzweiss und die kleinen, gerahmten Formate schaffen eine Distanz zum Erlebten. Sie gerinnen zu Erinnerungsbildern aus einer weit entfernten, fremden Welt, die nur am Rande den gewohnten Sonnenkontinent-Klischees entspricht: Wir erkennen indigene Tiere, gefangen im Zoo, Menschen gefangen hinter spiegelnden Sonnenbrillen oder im Tauchanzug, einen tristen Vergnügungspark, Friedhöfe mit kunstvoll eingezäunten Gräbern und Gefängnisbilder aus dem Fremantle Prison, dem berüchtigten Gefängnis des britischen Imperiums, das heute als Museum und Kulturerbe eine Touristenattraktion darstellt.</p>
<p>Eine leise Melancholie und Einsamkeit schwebt über diesen Fotografien, in denen die Vereinzelung der Tiere, Menschen und Dinge auch formal überzeugend umgesetzt wird. Kopien und Ausschnitte aus diesen Fotografien sind in den Collagen wiederzufinden.</p>
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